Mädchen

Jugendliche auf der Flucht

Vier junge Männer lachen

Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (kurz umF) sind Kinder und Jugendliche, die entweder alleine aus ihrem Herkunftsland flüchten mussten oder während der Flucht von ihren Eltern bzw. Obsorgeberechtigten getrennt worden sind.

Für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gelten in Österreich im Asylverfahren und in der Betreuung Sonderbestimmungen: sie sind beispielsweise in speziellen Unterkünften mit intensiverer Betreuung untergebracht, die Obsorge liegt beim zuständigen Jugendwohlfahrtsträger, im Asylverfahren wird ihnen eine rechtliche Vertretung zur Seite gestellt und esgelten andere Fristen als bei Erwachsenen.  

 

Welche Jugendliche nehmen bei Commit teil? 

Bei Commit nehmen Jugendliche teil, die in betreuten umF-Wohngemeinschaften der Caritas Wien untergebracht sind. Die meisten Jugendlichen sind zwischen 14 und 18 Jahre alt. Wann sie in Österreich angekommen sind und wie lange sie sich auf der Flucht befunden haben, ist individuell sehr unterschiedlich.

 

Welche Bedürfnisse haben junge Flüchtlinge? 

Jugendliche mit Fluchterfahrung haben zunächst Bedürfnisse, wie alle anderen Jugendlichen in der Phase des Erwachsenwerdens auch - ein Alter des Orientierens, sich selbst Findens, Grenzen Auslotens - in dem entwicklungspsychologisch freundschaftliche Beziehungen und Unterstützung besonders wichtig sind. Eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Erwachsenen kann entscheidend sein, für den positiven Übergang ins Erwachsenenleben. 

Zusätzlich tragen geflüchtete Kinder und Jugendliche häufig einen „Rucksack“ schwieriger, teils traumatisierender Erfahrungen mit sich herum. Viele haben in ihrer Heimat Gewalt erlebt, auf der Fluchtroute beängstigende Erfahrungen gemacht und müssen die Trennung von der Familie und ihrem vertrauten Umfeld ertragen.  

Junge unbegleitete Flüchtlinge haben daher besonders oft mit schweren psychischen Belastungen zu kämpfen. Soziale Interaktion und der Aufbau von freundschaftlichen Beziehungen, welche ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln, können hier helfen. Durch die soziale Einbindung wird Isolation entgegen gewirkt, wodurch auch die psychischen Belastungen deutlich gelindert werden können. 

Das Warten auf die Asylentscheidung stellt eine zusätzliche emotionale Belastung dar.  Außerdem sind die jungen Leute in Österreich mit neuen Herausforderungen konfrontiert: sie müssen sich orientieren und sich in ihrem neuen Lebensumfeld einleben. 

Stabile Bezugspersonen können bei diesen Herausforderungen unterstützen und den Jugendlichen Halt geben.

 

Woher kommen die jungen Flüchtlinge? 

Die größte Gruppe unter den unbegleiteten minderjährigen AsylwerberInnen stammt aus Afghanistan. Weitere Herkunftsländer sind etwa Pakistan, Nigeria, Somalia und Syrien. All diese Länder sind Krisen- oder Konfliktregionen, wobei Fluchtursachen teilweise recht unterschiedlich sind. So spielen politische, oder individuelle Verfolgung ebenso eine Rolle, wie kriegerische Auseinandersetzungen oder der Verlust der ökonomischen Lebensgrundlage.